Kantone

In sieben Kantonen in der Schweiz wurden Vorstösse eingereicht. Inhaltlich orientieren sich die
Vorstösse im Wesentlichen an der Initiative, die im August 2013 im Kanton Waadt eingereicht wurde.

Freiburg

Ein 2014 eingereichtes Postulat der SP lehnte der Grosse Rat 2016 ab. Bisher gab es keine weiteren Vorstösse.

Genf

Im November 2013 diskutiert das kantonale Parlament eine Motion, die eine kantonale Zahnversicherung verlangt sowie erleichterten Zugang zu Behandlungen für Geringverdienende fordert. Die kantonale Sektion der Partei der Arbeit lancierte im Februar 2016 eine Initiative und sammelte mehr als 18'000 Unterschriften (erforderlich sind 10'033). Am 17. März 2016 überwies der Grosse Rat das Geschäft an die Gesundheitskommission zur erneuten Beratung. Grund war ein von mehreren Parlamentariern vorgebrachter Gesetzesentwurf, der auch die Einführung einer obligatorischen Versicherung forderte.

Im August 2017 empfahl der Grosse Rat – auf Anraten der Gesundheitskommission – die Initiative zur Ablehnung. Gleichzeitig sprach er sich für einen Gegenvorschlag aus und beauftragte das entsprechende Departement mit der Ausarbeitung eines Vorschlags zuhanden der Gesundheitskommission. 

Das Parlament lehnte im August 2018 den Gegenvorschlag zur Initiative ab. Somit wird nur über die Initiative abgestimmt. Seit kurzem ist klar wann: am 10. Februar 2019.

Jura

Eine von der SP eingereichte Motion lehnte das Parlament 2016 ab. Der Motionär zieht eine Initiative in Betracht.

Neuenburg

Die SP reichte 2015 eine Initiative ein. Der Staatsrat und das Gesundheitsdepartement wollen zur Initiative einen Gegenvorschlag ausarbeiten.

Tessin

Gegen die 2015 eingereichte Initiative erarbeiteten das Gesundheitsdepartement und die SSO Tessin ein Gegenvorschlag.

Wallis

Seit die SP 2017 eine Initiative eingereicht hat, erarbeitet eine extraparlamentarische Kommission Lösungsansätze für Mängel am bestehenden System.

Waadt

Die Initiative «Pour le remboursement des soins dentaires» wurde 2014 von einem breiten Bündnis bestehend aus politischen Parteien (le POP, solidaritéS, le Parti socialiste, les Verts) Gewerkschaften (UNIA, SSP, SUD) und Vereinigungen (l’AVIVO, le Mouvement populaire des familles) lanciert. Der Regierungsrat wollte der Initiative einen eigenen Vorschlag gegenüberstellen, der allerdings vom Grossen Rat abgelehnt wurde. Am 4. März 2018 sprach sich auch die Waadtländer Stimmbevölkerung mit 57,57 Prozent Nein-Stimmen gegen die Initiative aus. Die Politik verfolgt die Idee einer Zuckersteuer nicht mehr weiter; allerdings ist ein Projekt auf gesetzlicher Ebene angedacht.